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Adobe stellt Entwicklung der mobilen Version des Flash Players ein

Adobe will die Entwicklung des Flash Players für mobile Endgeräte einstellen, meldet ZDnet. Adobe hat derweil Entlassungen und eine neue Wachstumsstrategie angekündigt, in der Flash nur noch für Desktopsysteme auftaucht.
Golem.de

Adobe trennt sich von der mobilen Version von Flash, das ist meiner Ansicht nach eine gute Nachricht. Bei der offiziellen Ankündigung wird als Grund genannt, dass HTML5 inzwischen auf allen wichtigen Systemen funktioniert und HTML5 die beste Lösung sei für das Erstellen von mobilen Websites. Außerdem möchte Adobe in Zukunft noch mehr in HTML5 investieren. Wenn es nach Adobe geht, verschwindet damit Flash jedoch nicht spurlos von allen mobilen Geräten. Es sollen Apps auf Basis von Flash programmiert werden, welche mit Hilfe von Adobe Air Systemunabhänig funktionieren sollen.

Eine kurze Übersicht über einer Auswahl neuer HTML5 Funktionen ist hier zu finden.

The coming end of flash, or not?

Hier ist nun meine persönliche Prognose über Flash, die ich bereits im letzten Artikel angekündigt habe.

Das offizielle HTML5 Logo, für mehr Informationen siehe http://www.w3.org/html/logo/
(Bild: W3C)

Obwohl HTML5 aktuell nichts anderes als ein Arbeitsentwurf ist, wurde es ziemlich schnell bekannt und bei Entwickler beliebt. Einfach aus dem Grund, da es komplett neue Möglichkeiten schafft sowie einiges vereinfacht. Die Verbreitung war aber auch nur möglich, indem die Browser die neuen Elemente bereits unterstützen. Dabei soll erst im Jahr 2014 HTML5 endgültig fertiggestellt sein und bis dahin kann noch einmal alles geändert werden. Dasselbe trifft übrigens auch auf CSS3 zu.

HTML5 ermöglicht Audio und Video, erweiterte Formulare, eine verbesserte Gliederung, Local & Session Storage und einiges mehr. Farbverläufe, abgerundete Ecken, andere Schriftarten und Transparenz verschiedener Elemente sind dank CSS3 ebenfalls kein Problem mehr. Mit HTML5, CSS3 und Javascript lässt sich also so gut wie alles realisieren. Aber: Kann man das alles mit Flash nicht auch machen? Wo liegt den nun der Vorteil?

Während HTML, CSS und Javascript freie Sprachen sind, ist Flash proprietär (freie Software <=> proprietär). Flash gehört alleine Adobe, ein Unternehmen, dass natürlich die Kassen klingen hören möchte. Demzufolge ist man von Adobe abhängig, ob man möchte oder nicht. Außerdem ist Flash ein Plugin. Nutzt man Flash Anwendungen auf einer Website, muss man hoffen, dass der Besucher Flash bereits installiert hat oder es noch tun wird. Natürlich ist Flash auf sehr vielen Computern vorhanden und in Google’s Chrome Browser ist Flash sogar ein fester Bestandteil, man sollte jedoch beachten, dass es Systeme gibt, auf denen Flash nicht läuft.

Logo von Adobe Flash
Logo von Adobe Flash

Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl iOS von Apple. Das Unternehmen aus Cupertino begründete die Entscheidung, Flash nicht länger zu unterstützen, damit, dass Flash zu viele Ressourcen verbraucht, somit sei ohne Flash eine längere Akkulaufzeit möglich und Flash eben proprietär ist. Da wird es schon fast zur Nebensache, dass Apple selbst eine geschlossene Firmenpolitik führt.

Besonders Webseiten mit Content für den Otto-Normal-Bürger müssen es sich seit dem zweimal überlegen, ob sie auf diese Besucher verzichten können. Da iOS sowie Android (und auch andere mobile Betriebssysteme) ebenfalls schon HTML5 unterstützen, erfährt die Auszeichnungssprache im mobilen Bereich ebenfalls eine rasche Verbreitung. So können auch Benutzer von Apple Geräte auf den Inhalten zugreifen und die Ladezeit, in dem meist langsamen Funknetz, wird verkürzt.

Der Hype um HTML5 in einem so frühen Stadium lässt sich allerdings auch negative Werten. Die Browser sahen sich gezwungen den Video-Tag zu unterstützten und mussten sich die Frage stellen, welches Format dazu am besten geeignet sei. Das Ergebnis: Firefox, Opera und Chrome unterstützen Ogg sowie WebM, während der IE und Safari auf MPEG-4 setzen. Um also tatsächlich alle Browser zu erreichen, reicht im Moment nicht ein Format, mal ganz abgesehen von der Abwärtskompatibilität. Es ist sehr zu hoffen das hier bald eine Lösung gefunden wird.

Fazit:

Flash wird in den nächsten Jahren nicht verschwinden, aber der Verbreitungsgrad wird sehr stark in sich zusammenfallen. Auch Adobe scheint diesen Trend erkannt zu haben und arbeitet an Adobe Edge, ein Programm mit den man Animationen erstellen kann, komplett mit HTML, CSS und Javascript. Gerade Video Plattformen wie Youtube, Musik Streams aus dem Internet, einfache Spiele und animierte Inhalte werden in Zukunft komplett Flash frei sein. Für größere Spiele im Internet oder ähnlich komplizierte Anwendungen reicht der Canvas Tag noch nicht aus und es muss weiterhin auf Flash oder andere Techniken wie Java zurückgegriffen werden. Flash hat durchaus seine Existenz Berechtigung und wird, wenn auch nicht mehr auf jeden Computer vorhanden, nicht aussterben.